Hotel Gasthof Doktorwirt.
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  Family Schnöll , A-5026 Salzburg - Aigen, Glaser Strasse 9
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Information Salzburg

    

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Hotel Doktorwirt 1950

"Das Frieseneggergut von Aigen" um 1950

Die Geschichte von Doktorwirt
Aufgeschrieben von Oliver Buslau

"Wo ist der Doktor vom Doktorwirt?" Diese Frage stellen die Gäste, die den herrlich gelegenen Aigener Hotel-Gasthof zu Füßen des Gaisberges als Domizil gewählt haben, immer wieder. Doch leider muss man sie enttäuschen: Kein Mitglied der Familie Schnöll, die den Doktorwirt heute höchst professionell bewirtschaftet, hat einen akademischen Titel aufzuweisen. Trotzdem: Diese Frage führt mitten hinein in die Geschichte des reizvollen Anwesens - eine Geschichte übrigens nicht nur über Salzburg und seine Umgebung, sondern auch über die vielfältigen Beziehungen der Salzburger zu den anderen Alpenländern, zu Bayern und der Schweiz.

Wer von der Glaserstraße aus die Rezeption betritt, der steht im ältesten Teil des "Doktorwirts": Ein Gebäude, das ca. um das Jahr 1000 erbaut wurde - zu einer Zeit also, in der Salzburg erst vier Jahre Stadtrecht genoss. Was heute "Doktorwirt" heißt, war einst ein Gutshof. 1412 gab es die erste urkundliche Erwähnung des Anwesens. 1451 übernahm es ein gewisser Leonhardt Frieseneckher als Besitzer, weshalb man heute noch vom "Frieseneggergut" spricht.

Erst 1670 kam ein wirklicher Doktor ins Spiel - und mit ihm echte Salzburger Prominenz: Dr. med. Franz Mayr kaufte das Gut. Seine Frau Maria Johanna entstammte der Famile des aus Oberitalien stammenden Santino Solari, der vom Salzburger Erzbischof Markus Sittikus zum Dombaumeister berufen wurde. Dr. Franz Mayr gab dem Anwesen den Namen "Doktorwirt".

Die folgenden Jahrhunderte waren von weiteren Verkäufen von Familie zu Familie geprägt: 1789 erwarb ein gewisser Hannes Sienlechner das Gut. 1802 erscheinen "Rup Eisl et uxor(=Ehefrau) Schörzhoferi" als Eigentümer, die den Besitz an ihre Kinder vererbten.

Die bis zu den heutigen Besitzern reichende jüngere Geschichte begann am 3. Dezember 1888: An diesem Tag ging das Frieseneggergut an eine gewisse Anna Latz. Auch bei der nächsten Änderung der Eigentumsverhältnisse am 20.April 1892 wurde eine Frau Besitzerin des Anwesens: Elisabeth Schnöll, geborene Latz. Seit damals gehört der Doktorwirt der Familie Schnöll.

family

Familie Schnöll 1998

BruederSchnoell

Brüder Schnöll -Karl, Fritz und Joseph ca. 1920

Einer der Ahnen der Familie Latz war ein Gastwirt und Händler mit geradezu internationalen Verbindungen: Georg Latz war zur Zeit Napoleons III. in Frankreich Viehhändler gewesen. Im bayrischen, der österreichischen Grenze nahegelegenen Tyrlaching bewirtschaftete er einen Hof, und er muss bei seinen vielfältigen Handelsunternehmungen eine abenteuerliches Leben geführt haben. Noch heute wird in der Familie die Geschichte erzählt, wie er in Berchtesgaden unter die Haberer (wildes Brauchtum im Bayrisch-Salzburgerischen Raum) geriet und sich mit dem Spruch "Hier Teifi mei sackra, da hob i mi gfoachten!" an diese Zeit erinnerte (ins Hochdeutsche übersetzt heißt das etwa:"Du meine Güte, da habe ich aber Angst gehabt!"). Georg Latz geriet in große Schulden, als ihn seine französichen Handelspartner entweder gar nicht oder nur mit großer Verzögerung bezahlten. Er verkaufte, was er noch besaß, zog ins Oberösterreichische Überackern, wo er ein kleines Gut erwarb. Doch auch hier hielt es ihn nicht lange, und schließlich kam er in die Salzburger Gegend. Nahe der Stadt, in Aigen, fand er schließlich einen Hof der ihm gefiel. Es war der Doktorwirt, der sich bald zum bekanntesten Bierausschank der Gegend entwickelte. Das Frieseneggergut wurde für die Aigner zum Treffpunkt. Hier saß man nicht nur beim Kartenspielen beisammen und feierte die Familienfeste. Im Hof des Frieseneggergutes wurde auch traditionell der Maibaum der Gemeinde aufgestellt - und das, obwohl der Hof recht weit von der Aigner Kirche entfernt liegt!

Karl und Rosalia Schnöll ca. 1930

Georg Latz hatte mit seiner Frau Anna drei Kinder: einen jüngeren Georg, außerdem Christoph und Elisabeth. Der ältere Georg sollte den Hof übernehmen, doch die Familiengeschichte charakterisiert ihn als Tunichtgut. Er verschwand eines Tages und soll nach Amerika ausgewandert sein. Einer schaurigen Anekdote zufolge könnte er aber auch ein schlimmeres Schicksal erlitten haben: Damals wurde ein Metzger bekannt, der Menschenfleisch verarbeitete. Und sofort waren Gerüchte im Umlauf: Könnte Georg Latz eines seiner Opfer gewesen sein?

Sicher ist: Das Verschwinden seines älteren Sohnes war für Georg Latz und seine Frau ein schwerer Schicksalsschlag. Ein weiterer sollte folgen: Der zweite Sohn Christoph wurde von einer austretenden Kuh erschlagen. Nun übernahm Elisabeth Latz den Hof. Als sie Josef Schnöll (13.Februar 1893) heiratete, ging das Gut in den Besitz der Familie Schnöll über.

Der Name Schnöll soll aus dem Keltischen kommen. Die Vorfahren waren Salzgräber in den Minen von Hallein gewesen und hatten sich später am Wimberg als Bauern niedergelassen. "Urahne" war ein gewisser Peter Schnöll. Sein Sohn Josef war eines von acht Kindern. Für alle war am heimatlichen Hof kein Auskommen. Er verließ seine Familie, kam nach Aigen, arbeitete als Kutscher im Salzburger Fuhrunternehmen Angelberger und nützte alle Aufstiegschancen, die sich ihm boten: Bald war er (Meier) Verwalter des Taxachergutes. Und er verliebte sich in seine junge Nachbarin: Elisabeth Latz. . . . .                                                 

                                                                                                                                                      Die Stadt Salzburg

Josef und Elisabeth hatten drei Söhne: Josef, Karl und Fritz. Wie in der Generation zuvor war der älteste nicht besonders stark am Arbeiten interessiert. Er heiratete, zog in das Haus seiner Frau und war im übrigen auch dem Alkohol zugetan. So erhielt Karl I geb. am 21. September 1896 den Hof. Vorher hatte er den Beruf des Zimmermanns erlernt, und obwohl er von seiner Arbeit kaum leben konnte, verlobte er sich mit Rosalia Haslauer geb. am 19. April 1898, die vom Zandgut - einem damals sehr angesehenen Anwesen am Gaisberg stammte. Die beiden hatten eine uneheliche Tochter, die jedoch mit drei Jahren an Diphterie starb. 1927 kam das zweite Kind zur Welt: Wieder eine Tochter, die auch Elisabeth hieß - die heutige Tante Lisi. Das dritte Kind war ein Junge: Karl II, der heutige Chef des Doktorwirt, der in den 50er Jahren zunächst Heizungsinstallateur wurde und ursprünglich den Plan hatte, nach Kanada auszuwandern. Seiner Meinung nach konnte gut die Schwester den Hof übernehmen, in dem ja schon immer die Frauen die guten Seelen des Hauses gewesen waren. Seine eigene Mutter Großmutter Elisabeth, hatte bis zuletzt im Doktorwirt "Ihren Mann gestanden" Noch am Vorabend ihres Todes hatte sie ihr gewohntes Pfeifchen geraucht und souverän ihre Anweisungen gegeben. Dann war sie schlafen gegangen und nicht mehr aufgewacht.

Doch der alte Karl Schnöll hatte andere Pläne. Er stellte seinen Sohn vor die Wahl: Entweder du übernimmst das Gut, oder ich verkaufe alles. Karl junior blieb - und mit dieser Entscheidung legte er den Grundstein für die moderne Entwicklung des Gasthofs. Mehrere Phasen des Ausbaus haben den Doktorwirt zu dem gemacht, was er heute ist: Ein Hotelrestaurant, in dem sich ländliches Flair mit der typischen Salzburger Lebenskultur mischen.

Karl II Schnöll fand seine große Liebe in einem österreichischen Nachbarland, in der Schweiz. 1964 heiratet er Anna Louisa (Annelise) Durrer, die heutige Chefin [Ihre Großmutter von Flüh war ein direkter Nachkomme des heiligen Nikolaus von Flüh (1417 bis 1487) der seine Frau und zehn Kinder verlies um Einsiedler zu werden und später heilig gesprochen wurde] des Hauses, in dem freilich mittlerweile eine weitere Generation nachgewachsen ist:

Karl III seit 1. Jänner 2001 der Besitzer des Doktorwirts und die Zwillinge Carolin und Elisabeth sind die heutigen guten Seelen des Hauses. Sie teilen sich zusammen mit ihren Eltern nicht nur rund um die Uhr die vielfältigen Aufgaben an der Rezeption und in der Küche, sondern sie sorgen auch dafür, daß bei allem Fortschritt die Traditionen im Doktorwirt lebendig bleiben. Wie gut ihnen das gelingt, kann man an der Zufriedenheit der Gäste ablesen - und daran, daß die Adresse "Salzburg-Aigen, Glaserstr. 9" heute in aller Welt bekannt ist.

2012 Übernehmen die Geschwister Karl und Caroline das Nachbarhaus, die frühere Schmiede von Aigen und vermieten dort Ferienwohnungen.

Aigen und seine Geschichte

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Vielen herzlichen Dank an Oliver Buslau für die viele Arbeit, die Du hattes! - Familie Schnöll

(Ab sofort  können Sie unter www.oliverbuslau.de die ersten beiden Kapitel des neuen Romans von Oliver Buslau nachgelesen werden. Er heisst "Die 5 Passion " und ist gerade im Goldmann-Verlag erschienen. Er kann auch unter Amazon bestellt werden (natürlich auch in jedem Buchladen).Über eine Leserrezension auf der Amazon-Seite (www.amazon.de) würde er sich freuen. Die E-mail Adresse von Oliver Buslau OliverBuslau@compuserve.com)

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